Psilocybin richtet die zeitliche Dynamik neuronaler Netzwerke stärker am erlebten Kontext aus und verändert das Selbst- und Welterleben
Eine in Nature veröffentlichte Studie mit 62 Erwachsenen ohne vorherige psychedelische Erfahrung untersucht, wie 19 Milligramm Psilocybin die Hirnaktivität in Ruhe, Meditation, beim Musikhören und beim Ansehen eines Films verändern. Zeitgemittelte Analysen bestätigen eine verringerte funktionelle Netzwerksegregation sowie veränderte globale Konnektivität. Eine Analyse zeitlicher Hirndynamik mit maschinellem Lernen zeigt jedoch, dass die Aktivitätsmuster unter Psilocybin stärker vom jeweils erlebten Kontext geprägt sind. Diese Kontextausrichtung fällt bei Personen ausgeprägter aus, die eine Auflösung des Selbstgefühls und der Grenze zwischen Selbst und Umwelt berichten. Der beschriebene Zustand der Eingebettetheit korreliert zudem mit Veränderungen des subjektiven Mindsets am Folgetag. Die Ergebnisse sprechen dafür, psychedelische Hirnzustände nicht als bloße Desorganisation zu verstehen, sondern als veränderte Balance aus Netzwerkintegration, Trennung und zeitlicher Kontextsensitivität. Einen kausalen Nachweis für spätere psychologische Veränderungen liefert die Studie nicht.
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Published Sep 3, 2026 · Added Sep 3, 2026