Betelnusskonsum vor bis zu 25.000 Jahren: Zahnfunde auf Sulawesi liefern frühe Hinweise auf psychoaktiven Pflanzengebrauch
Archäologische Untersuchungen an zwei prähistorischen Jägern und Sammlern von der indonesischen Insel Sulawesi liefern Hinweise darauf, dass Betelnüsse bereits vor etwa 25.000 bis 16.000 Jahren und erneut vor 7.600 bis 6.300 Jahren regelmäßig im Mund behalten wurden. Beide Individuen weisen ungewöhnlich tiefe Zahnrillen auf; biomolekulare Analysen fanden zudem Hinweise auf Arecolin, ein psychoaktives Alkaloid der Betelnuss beziehungsweise einer verwandten Areca-Art. Experimente zeigen, dass langes Lutschen ganzer Nüsse Arecolin freisetzen kann. Die schweren Zahnerkrankungen der beiden Menschen lassen eine mögliche Nutzung zur Schmerzlinderung zu, doch Motiv und eine etwaige Abhängigkeit bleiben unklar. Die Befunde belegen frühen gewohnheitsmäßigen Gebrauch einer psychoaktiven Pflanze, nicht den Beginn menschlichen Drogenkonsums insgesamt.
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Published Oct 15, 2026 · Added Oct 15, 2026