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OPTICS bei Psychedelika - wie entstehen visuelle Halluzinationen?

SET & SETTING · Oct 11, 2020 · SET & SETTING
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TL;DR

Visuelle Halluzinationen unter dem Einfluss von Psychedelika lassen sich als Folge einer veränderten Informationsverarbeitung im Gehirn verstehen, bei der interne Modelle des Bewusstseins mit äußeren Reizen oder tief sitzenden unbewussten Inhalten kollidieren. Unsere normale Wahrnehmung im Wachzustand stellt bereits ein kontrolliertes Modell der Realität dar, da das Gehirn kontinuierlich eintreffende Daten mit bestehenden Erfahrungen abgleicht. Psychedelische Substanzen stören diesen Prozess, indem sie aktiv die Aktivität im Ruhezustandsnetzwerk senken und den präzisen Abgleich zwischen Selbstwahrnehmung und Außeneindruck beeinträchtigen. Durch diese verringerte Modellierungsgenauigkeit treten Fehlinterpretationen der Umwelt auf, die sich als visuelle Verzerrungen oder scheinbar von außen kommende Halluzinationen äußern. Die dabei entstehenden Bilder sind oft tief im Unterbewusstsein verwurzelte evolutionäre oder persönliche Muster, die plötzlich in das bewusste Erleben aufsteigen. Dieser Zustand veranschaulicht, dass unser gebräuchliches Bild einer objektiven Außenwelt primär ein innerer Konstruktionsprozess ist, der in psychedelischen Erfahrungen in seiner Konstruktion offen gelegt und kurzzeitig transformiert wird.

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Published Oct 11, 2020 · Added Mar 31, 2026