Genf plant medizinische Verschreibung von Kokain zur Bekämpfung der Crack-Epidemie im Rahmen eines Pilotprojekts
Kokain soll in Genf im Rahmen eines bislang einmaligen Pilotprojekts schwer abhängigen Crack-Konsumentinnen und -Konsumenten unter kontrollierten medizinischen Bedingungen verschrieben werden. Das Universitätsspital Genf will damit das Vier-Säulen-Modell der heroingestützten Behandlung als Vorbild nehmen: Drogenkonsum wird als gesundheitliche Herausforderung behandelt, nicht primär als kriminalpolitisches Problem. Ziel ist Schadensminderung und Stabilisierung statt Genuss oder Freizeitkonsum. Die Substanz soll vorübergehend auch in der rauchbaren Freebase-Form bereitgestellt werden, wie sie bei Crack typischerweise konsumiert wird. Begleitend erhalten Teilnehmende länger wirkende Amphetamine, um den Suchtdruck zwischen den Kokain-Dosen zu reduzieren. Befürworter verweisen auf Erfahrungen aus der Schweizer Drogenpolitik (Zürich, kontrollierte Heroinabgabe), während Kritiker unter anderem die Übertragbarkeit, Machbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz sowie mögliche rechtliche Grauzonen diskutieren.
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Published Mar 23, 2026 · Added Mar 23, 2026