Suchtforscher Heino Stöver fordert Legalisierung von Kokain und eine humane Neuausrichtung der deutschen Drogenpolitik
Der Suchtforscher Heino Stöver fordert eine Abkehr von der repressiven Drogenpolitik und spricht sich ausdrücklich für die Legalisierung von Kokain aus. Strafrecht sei kein geeignetes Mittel, um Menschen mit Abhängigkeitserfahrungen zu Verhaltensänderungen zu bewegen. Als ersten Schritt empfiehlt Stöver die Entkriminalisierung des Besitzes zum Eigenkonsum nach portugiesischem Vorbild, wo entsprechende Verstöße seit 2001 verwaltungsrechtlich statt strafrechtlich behandelt werden. Als weiteres Modell nennt er die Verschreibung von Kokain an Abhängige und verweist auf ein Behandlungsangebot in Genf, in dessen Rahmen Konsumierende sogar selbst Crack herstellen können. Anlass seiner Forderungen ist auch der gestiegene Kokainkonsum in Deutschland: Der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit mindestens einem Konsum im vergangenen Jahr nahm laut Drogenaffinitätsstudie von 1,2 Prozent im Jahr 2015 auf 4,1 Prozent im Jahr 2025 zu.
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Published Nov 3, 2026 · Added Nov 3, 2026