Rausch in der Geschichte: Arte-Doku von Schamanismus bis Kriminalisierung, mit Fokus auf Alkohol, Ayahuasca und koloniale Drogen
Rausch ist laut der arte-Dokumentation so alt wie die Menschheit und tief in kulturelle Praktiken eingebettet. Psychoaktive Substanzen werden über Jahrtausende hinweg als Mittel zur Veränderung von Bewusstsein gezeigt, nicht als reine Erscheinung der Moderne. Archäologische Funde stützen den Blick auf frühe gezielte Anwendungen, von Pflanzen und anderen Substanzen bis zu unterschiedlichen regionalen Ausprägungen. Römer und sibirische Kulturen stehen für stark verschiedene Muster, von Wein im Alltag bis zu rituellen Kontexten mit Pilzen wie dem Fliegenpilz. Südamerikanische schamanische Drogenkulturen werden als geordnetes Werkzeug für Heilung, Kommunikation und Erkenntnis beschrieben, etwa mit Ayahuasca in streng regulierten Zeremonien. Im europäischen Verlauf verschiebt sich der Schwerpunkt hin zu Alkohol als gesellschaftlich integrierter Alltagsdroge. Neuzeitliche Handelswege bringen Opium, Tabak und später Kokain nach Europa und verändern Konsumformen. Die Doku verbindet das mit der Kriminalisierung: Viele Verbote werden als Ergebnis politischer und ökonomischer Interessen sowie internationaler Abkommen dargestellt, inklusive Kritik an der Trennung zwischen illegalen Drogen und Medikamenten.
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Published Apr 9, 2026 · Added Apr 9, 2026